Zum ersten Mal in Hamburg

Zum ersten Mal mit Musik des Hamburger Komponisten Ingolf Dahl

Mittwoch, 27. März 2019

19:00 Uhr

Heinrich Hertz Schule Aula C, Grasweg 72-76

22303 Hamburg

Dahl war als Ingolf Marcus 1912 in Hamburg-Groß Borstel geboren und ging als Sohn eines jüdischen Vaters 1933 nach Zürich und von dort im Januar 1939 nach Los Angeles ins Exil, wo er den Mädchennamen seiner schwedischen Mutter annahm.

 

Der Komponist hat sein Abitur vor fast 90 Jahren hier an der damaligen Lichtwark-Schule abgelegt.

 

Dieser Bezug ist bewusst hergestellt, um die heutigen Schülerinnen und Schüler auf ihren alten Mitschüler aufmerksam machen. Sowohl auf sein Leben, als auch auf sein Werk. Das Wissen, dass in dieser wunderschönen alten Schulaula, die festlich als Konzertsaal fungieren wird, damals schon der musikalisch hochtalentierte Schüler Ingolf musiziert hat, seine kompositorischen Frühwerke vorstellte, und von Seiten der Schule optimal gefördert wurde, ist eine Art Authentizität, die sich auf alle jugendlichen Mitwirkenden, aber sicherlich auch auf das Publikum überträgt.

 

Sein kompositorischer Nachlass liegt heute in der USC (University of Southern California). Friederike Haufe und Volker Ahmels brachten von dort die „Four Intervals“ mit, zu denen die Abiturientinnen und Abiturienten auf Augenhöhe kreativ improvisieren werden.

 

"La Danse de la Sorcière“ von Alexandre Tansman inspirierte die Oberstufenschüler*innen zu einer fünfminütigen Kriminalgeschichte im schwarz-weißen Stummfilmstil der 20er Jahre. Milhaud "Le Boeuf sur le Toit" wird szenisch von Fünftklässlern dargestellt, und bei Schulhoffs Zyklus „Ironien", der in Dada sehr verwurzelt ist, darf man gespannt sein, was den Kids dazu Bühnenwirksames einfallen wird.

Und dann gibt´s noch den Tap Dance von Dick Kattenburg, dessen 100. Geburtstag sich jetzt in 2019 jährt. Er komponierte einen Stepptanz, zu dem entweder die klappernden Schuhe des Tänzers oder alternativ Percussion gleichberechtigt erklingt.

 

Überhaupt: Gleichberechtigung! Tatsächlich ist es in diesem Projekt bisher immer gelungen, dass eine große Anzahl Kinder und Jugendlicher gleichberechtigt und selbstbestimmt mit Friederike Haufe und Volker Ahmels gemeinsam auf der Bühne eine anspruchsvolle, witzige Superperformance hinlegen. Damit versucht das Hamburger Klavierduo sowohl, das Musik- und Kunstverständnis zu wecken oder zu erweitern, als auch natürlich sich mit dem dunkelsten Kapitel deutscher Geschichte auf eine emotionale, eine andersartige Weise zu beschäftigen und damit politisches Denken anzustoßen und / oder einfach auch nur Empathie. Heute so wichtig wie schon immer, oder doch noch wichtiger?

Die Hamburger Erstaufführung des Schulprojektes TASTE FOR SCHOOL - DER OCHSE AUF DEM DACH UND ANDERE VERBOTE - SPEKTAKEL DADA wird gefördert durch die Freie und Hansestadt Hamburg, Bezirksamt Hamburg-Nord und die Hans-Kauffmann-Stiftung, Hamburg.
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